Ich wache selten als Erste auf, denn meist bin ich noch wach – Marc steht zwischen 5:30 und 6:00 Uhr auf und arbeitet sich erstmal durch die ersten kleinen Katastrophen des Morgens : irgendwo hat wieder ein Tier daneben gemacht, die Hunde wollen raus, der Kaffee läuft. Während er unseren Sohn weckt und Frühstück macht, gehe ich schlafen.
Sobald Marc unseren Sohn zur Schule fährt, starte ich dann in den neuen Tag. Ich beginne im Wohnbereich mit den Katzenklos, danach wird gründlich überall gewischt, denn sauber bleibt hier nie lange etwas. Ich bringe die letzten Hunde und Katzen nach draußen, reiße alle Fenster auf und lasse Luft ins Haus. Dann kommt mein erster Kaffee – ein kleiner Moment für mich – während ich E-Mails und Nachrichten checke. Parallel läuft schon die erste Waschmaschine mit Decken und Körbchen.
Danach gehts nach draußen. Dort mache ich die Katzenklos sauber, sammle Wäsche ein und gehe einmal überall durch, einfach um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist. Es wird geputzt, gefegt, gewischt und natürlich auch ein wenig gekuschelt.
Gegen 9 Uhr kommt Marc zurück, und wir trinken zusammen unseren zweiten Kaffee. Diese paar Minuten zusammen bedeuten mir viel – oft sind sie die einzig ruhigen am ganzen Vormittag.
Wenn Marc danach ins Tierheim fährt, mache ich hier weiter. Es gibt immer etwas zu tun. Ich gehe in die Gehege, füttere die Katzen und Papageien, rede dabei oft mit ihnen, als würden sie jedes Wort verstehen. Zwischendurch greife ich immer wieder zum Handy, beantworte Nachrichten oder organisiere Dinge nebenbei. So vergeht der Vormittag meistens wie im Flug.
Mittags treffen Marc und ich uns wieder und kümmern uns gemeinsam um die Pferde: Äpfel aufsammeln, frisches Heu und Wasser bereitstellen.
Gegen 15 Uhr holen wir unseren Sohn von der Schule ab – das ist meine liebste Zeit des Tages. Für einen Moment sind wir einfach nur Familie.
Lange hält diese Ruhe aber nicht an. Gegen 17 Uhr sind wir zurück, und es geht weiter mit Hühnern, Schweinen und Schildkröten. Nebenbei klingelt ständig das Handy, ich beantworte Nachrichten, räume auf, putze wieder irgendwo etwas weg. Tiere bringen so viel Liebe mit sich – und eben auch so viel Chaos und Dreck.
Am späten Nachmittag beginnt dann schon die Vorbereitung für die Nacht. Wir räumen Futterreste weg, kontrollieren die Wassernäpfe, machen alles sauber und richten die Gehege neu her. Frische Decken, saubere Körbchen – allen Fellnasen soll es gut gehen. Zwischen 19:30 und 21 Uhr machen wir dann alle Tiere „bettfertig“.
Danach wird es ruhiger – zumindest äußerlich. Ich setze mich an den Schreibtisch, wir führen Gespräche mit Interessenten, ich kümmere mich um Büroarbeit und alles Organisatorische. Und wenn das erledigt ist, beginnt mein nächster Arbeitstag: um Mitternacht, denn dann arbeite ich bis etwa 7:00 Uhr morgens.
So sieht mein Alltag aus. Und auch wenn es oft anstrengend ist und selten nach Plan läuft – besonders wenn Notfälle dazwischenkommen oder ein Tier plötzlich Hilfe braucht und sich alles bis spät in die Nacht zieht – würde ich es trotzdem gegen nichts anderes tauschen
